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Nitrat im Wasser: Ursachen, Auswirkungen und Maßnahmen

Seit einigen Jahren beobachten Experten in Deutschland einen kontinuierlichen Anstieg des Nitratgehalts im Wasser. Dies betrifft nicht nur das Grundwasser, sondern auch eine Vielzahl oberirdischer Gewässer. Die politischen Entscheidungsträger reagieren zögerlich, was darauf hindeutet, dass in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der Nitratbelastung im Trinkwasser zu rechnen ist.

Wie gelangt Nitrat ins Grundwasser?

Nitrat ist eine Verbindung aus den Elementen Sauerstoff und Stickstoff, die natürlicherweise im Boden vorkommt und von Pflanzen für den Eiweißaufbau benötigt wird. Leider ist Nitrat auch ein Bestandteil von stickstoffhaltigen Düngemitteln, insbesondere in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Massentierhaltung und übermäßige Düngung mit künstlichem Dünger oder Gülle gelten als Hauptursachen für die hohe Nitratbelastung im Wasser. Gülle ist kostengünstiger als Kunstdünger, und in einigen Fällen wird sie sogar aus dem Ausland importiert, was zu einer zusätzlichen Belastung führt. Ein überschüssiger Nitratgehalt im Boden führt dazu, dass die Pflanzen den Überschuss nicht aufnehmen können. Durch Niederschläge wird das Nitrat in tiefere Bodenschichten gespült und gelangt schließlich ins Grundwasser. Auch Ausschwemmungen in Oberflächengewässer wie Flüsse und Seen sind häufig, was insbesondere an der Ostsee negative Auswirkungen auf das Wachstum von Mikroalgen zeigt.

Negative Auswirkungen auf Mensch und Tier

Obwohl Nitrat im Wasser selbst als relativ unbedenklich gilt, kann es durch Bakterien in Nitrit umgewandelt werden. In Kombination mit Stickstoffverbindungen aus der Nahrung entstehen Nitrosamine, die als hochgradig krebserregend gelten. Besonders Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt, da der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen gestört werden kann. Dies kann zu einer ernsten Erkrankung, der Methämoglobinämie, führen. Auch ältere Kinder haben bei bakteriellen Infektionen des Magen-Darm-Traktes ein gesteigertes Risiko für Methämoglobinämie. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen führt der hohe Nitratgehalt in Gewässern zu einer Verringerung der natürlichen Vielfalt in Flüssen und Seen.

Maßnahmen zur Senkung des Nitratgehalts im Trinkwasser Die Zahlen rund um das Nitrat im Wasser sind alarmierend:

  • Etwa 50 Prozent der deutschen Grundwasser-Messstellen melden erhöhte Nitrat-Konzentrationen (mehr als 10 Milligramm/Liter).
  • Laut Umweltbundesamt liegt bei einem Drittel des Grundwassers in Deutschland der Wert deutlich über dem Trinkwasser-Grenzwert (50 Milligramm/Liter).
  • Niedersachsen gilt als eines der Bundesländer mit der höchsten Belastung, da hier rund 60 Prozent der Landesfläche von zu hoher Nitratbelastung betroffen sind.

Die steigende Nitratbelastung stellt die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen bei der Trinkwasseraufbereitung. Viele Menschen setzen daher auf die individuelle Aufbereitung ihres Trinkwassers, sei es durch Filteranlagen in Küche und/oder Bad oder durch eine Aufbereitungsanlage für das gesamte Hauswasser.

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